Aktuelle Informationen zur VBB-fahrCard

Information vom 6. Januar 2016 (aktualisiert am 07.04.2016):

Irritationen zu Datensicherheit

Der Berliner Fahrgastverband IGEB berichtete in einer Presseerklärung vom 28. Dezember 2015 und in einem Artikel in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift „Signal“ über ein angebliches „Datenleck“ bei der VBB-fahrCard. Dies wurde durch mehrere Zeitungen und auch in den Sozialen Medien aufgegriffen und diskutiert. Eine Nachfrage des Fahrgastverbandes bei der VBB GmbH hätte dies vermeiden können. Wir bedauern sehr, dass dies zu Irritationen über die Datensicherheit bei der VBB-fahrCard führte.

Kein „Datenleck“

Ein „Datenleck“ – also ein regelwidriges und unkontrolliertes Abfließen von Daten – gibt es nicht. Im Zentrum der Diskussion steht ein Logbuch, das dem Fahrgast Auskunft über seine letzten zehn getätigten Aktionen mit der VBB-fahrCard gibt. Dieses ist eine Servicefunktion im Sinne des Verbraucherschutzes und wurde mit den Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder bei der Entwicklung des deutschlandweiten eTicket-Standards abgestimmt. Es ist ausdrücklich nicht vorgesehen, dass die Kontrollgeräte der Verkehrsunternehmen dieses Logbuch auslesen.

Systemfehler wurde behoben

Das Speichern von Kontrolldatensätzen in das Logbuch der VBB-fahrCard ist derzeit nicht Bestandteil des eTicket-Systems im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Dass Kontrollgeräte in Bussen unberechtigt Kontrolldatensätze in das Logbuch auf der VBB-fahrCard schreiben konnten, wurde durch die Verkehrsunternehmen erkannt und der Fehler wurde behoben.

Stempel wie beim Papierfahrausweis

Sofern Kontrolldatensätze auf der VBB-fahrCard gespeichert wurden, beinhalten diese die Ticketnummer und das vertragshaltende Verkehrsunternehmen sowie Zeitpunkt, Informationen zum Kontrollgerät und Kennnummer des Ortes der Kontrolle. Diese Kontrolleinträge sind vergleichbar mit dem Stempel der Fahrkartenentwerter bei Papiertickets und werden ausschließlich auf der VBB-fahrCard gespeichert.

Bewegungsprofile können nur erstellt werden, wenn personenbezogene Daten mit Bewegungsdaten zusammengebracht werden. Ein eingeschränktes Bewegungsprofil kann somit nur durch den Besitzer der VBB-fahrCard aus maximal zehn Kontrolldatensätzen abgeleitet werden, sofern diese durch ein fehlerhaftes Terminal auf die VBB-fahrCard geschrieben wurden.

Kunden können unberechtigt geschriebene Daten lesen und löschen lassen

Abonnement-Kunden im VBB haben seit Mitte Februar 2016 die Möglichkeit, an vielen Kundenterminals bei den Verkehrsunternehmen zu überprüfen, ob im Transaktionslogbuch ihrer VBB-fahrCard die fraglichen Einträge gespeichert wurden. Sofern gewünscht, können diese Einträge auch sofort an den jeweiligen Terminals gelöscht werden. Aus technischen Gründen hängen die möglichen Anlaufpunkte im Einzelfall davon ab, welches Unternehmen die jeweilige VBB-fahrCard ausgegeben hat.

BVG-Kunden können ihre VBB-fahrCard in den BVG-Kundenzentren Alexanderplatz, Zoologischer Garten, Holzmarktstraße (BVG-Zentrale), Köpenick, Marzahn, Rathaus Spandau und Alt-Tegel prüfen. Die genauen Adressen und Öffnungszeiten erfahren Sie hier.

Bei der S-Bahn Berlin wurden keine Einträge in das Logbuch der Karten vorgenommen. Dennoch ist es möglich, dass bei der Nutzung von Bussen anderer Verkehrsunternehmen Einträge erfolgten. Deshalb bietet auch die S-Bahn Berlin ihren Kunden die Möglichkeit, die VBB-fahrCard in den eigenen Kundenzentren (außer Hauptbahnhof und Gesundbrunnen) zu prüfen. Informationen zu allen S-Bahn-Kundenzentren und deren Öffnungszeiten finden Sie hier.

Kunden aller anderen Verkehrsunternehmen im VBB können die Prüfung der Einträge im Transaktionslogbuch ihrer VBB-fahrCard am Kundenterminal im VBB-Infocenter am Hardenbergplatz 2 in Berlin vornehmen.


Weitere Informationen:


Vorsicht vor Fälschungen und ungültigen VBB-fahrCards.

Gültig oder ungültig – das sieht man der VBB-fahrCard von außen nicht an.

Deshalb warnt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen vor vermeintlichen Schnäppchen in Internetauktionen oder von privaten Personen:

Kunststoff oder Papier – Fahrscheine kauft man an autorisierten Stellen und nicht bei ebay.

Wer ein Abonnement als elektronischen Fahrschein auf einer VBB-fahrCard „unter der Hand“ kauft, geht Risiken ein. Ob und welcher elektronische Fahrschein darauf gespeichert ist, können Sie im Vorfeld nicht erkennen. Dies gilt auch für die Zahlungsvariante.

So können Sie im Glauben, Sie haben ein Jahr lang für Mobilität gesorgt, schon zum Monatsende wieder ohne gültigen Fahrausweis dastehen, wenn der ursprüngliche Abonnent nicht mehr bezahlt. Unabhängig davon wird bei Feststellung eines gefälschten oder gestohlenen Fahrausausweises – hier der elektronische Fahrschein auf der VBB-fahrCard – durch die Kontrollpersonale immer der Fahrgast zur Rechenschaft gezogen, der diese Karte vorweist. Zusätzlich zu einer zivilrechtlichen Forderung von 60 Euro für ein erhöhtes Beförderungsentgelt riskieren Sie somit eine polizeiliche Anzeige.

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