Vergabeentscheidung für das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz Teil II

Auftraggeber wollen Abellio GmbH mit Bahnleistungen im Raum Dessau-Roßlau/Lutherstadt Wittenberg/Leipzig/Halle/Magdeburg beauftragen

Die Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig beabsichtigen, den Auftrag für das „Mitteldeutschen S-Bahn-Netz II“ der Abellio GmbH zu erteilen. Der Vertragszeitraum erstreckt sich vom Fahrplanwechsel im Dezember 2015 bis zum Jahr 2030. Der Vertragsschluss mit Abellio soll erst nach Ablauf der gesetzlich vorgesehenen Wartefrist erfolgen, die europaweite Vergabe ist dann formal abgeschlossen.

Die international tätige Abellio Group ist mit ihren deutschen Gesellschaften bereits seit 2005 in Nordrhein-Westfalen aktiv und erhielt auch den Zuschlag für das SPNV-Netz Saale-Thüringen-Südharz. Sie betreibt darüber hinaus auch Busverkehr, wie in Sachsen und Hessen. Muttergesellschaft der Abellio Group ist die Niederländische Eisenbahn.

Vergeben wurde ein Netz elektrisch betriebener Nahverkehrsstrecken, das die Erweiterung des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes von Halle und aus dem Süden Leipzigs (Gaschwitz) durch den Leipziger City-Tunnel nach Dessau-Roßlau und Lutherstadt Wittenberg beinhaltet. Darüber hinaus sind Zugverkehre von Magdeburg über Dessau-Roßlau nach Leipzig, Lutherstadt Wittenberg bis ins brandenburgische Falkenberg (Elster) sowie bis ins brandenburgische Jüterbog Bestandteil der Vergabe. Das Netz umfasst jährlich insgesamt 5,6 Millionen Zugkilometer. Die Anwendung eines branchenüblichen Tarifvertrages für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist verpflichtend.

Abellio wird fabrikneue Fahrzeuge mit folgenden Merkmalen einsetzen:

  • Spurtstärke und Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h
  • großzügige, bequeme Bestuhlung
  • barrierefreier, ebenerdiger Zugang von der Mehrzahl der Bahnsteige, alternativ Nutzung einer mobilen Rampe
  • leicht erreichbares, barrierefreies WC in allen Fahrzeugen
  • viel Platz für Fahrräder
  • Steckdosen an den Plätzen
  • Mobilfunksignalverstärker in einzelnen Wagenbereichen
  • Informationsmonitore mit Anzeigen der Fahrplandaten und Anschlüsse, teilweise mit Ist-Werten (Fahrgastinformation mit Echtzeitdaten)
  • Fahrkartenautomaten und Videoüberwachung in allen Fahrzeugen
  • Servicepersonal in jedem Zug
  • Fahrkartenkauf im Zug möglich über Automaten und beim Servicepersonal

Ab Dezember 2015 greift ein neues Fahrplankonzept für die Region:

  • Ergänzung: Regionalexpress-Angebot zwischen Falkenberg (Elster) bzw. Lutherstadt Wittenberg und Jüterbog
  • Schnelle Direktverbindungen: Magdeburg – Lutherstadt Wittenberg bzw. Falkenberg (Elster) morgens und nachmittags
  • ICE-Anschluss: in Lutherstadt Wittenberg nach Berlin, Express-Anbindung über Dessau ab 2015
  • S-Bahn Verbindungen aus dem Leipziger City-Tunnel und aus Halle jeweils halbstündlich nach Bitterfeld und von dort mindestens stündlich weiter nach Dessau-Roßlau und Lutherstadt Wittenberg
  • Beschleunigter Express-Verkehr: Magdeburg – Dessau-Roßlau – Leipzig
  • Neue Direktverbindungen aus dem Raum Jessen über Gräfenhainichen nach Halle und Leipzig
  • Gute Anschlüsse an den Fernverkehr in Magdeburg, Leipzig, Halle und Lutherstadt Wittenberg

Ausgewählte Linien im VBB-Gebiet (Angebot montags bis freitags):

  • Express-Linie Falkenberg/Elster – Jüterbog (Einzelzug)
  • Regional-Linie Magdeburg – Zerbst – Lutherstadt Wittenberg (– Falkenberg/Elster) (4-5 Fahrten je Richtung morgens und nachmittags mit Halt zwischen Zerbst und dem Stadtgebiet Lutherstadt Wittenberg nur in Coswig)
  • Regional-Linie Lutherstadt Wittenberg – Falkenberg/Elster (heutiges Fahrtenangebot zum Teil wie bisher nach Dessau-Roßlau und zum Teil als Direktverbindung zu anderen Zielbahnhöfen)
  • Regional-Linie Lutherstadt Wittenberg – Jüterbog (einzelne Züge ergänzend zum RE-Verkehr)
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