INNOS-Start-VBB

Mit dem Projekt INNOS-Start-VBB wird die Einführung des elektronischen Tickets in Form einer Chipkarte für Fahrgäste mit Abonnement- und Schülerkarten im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg umgesetzt.

1      Überblick

Auf der Grundlage der Nahverkehrsstrategien der beiden Länder Berlin und Brandenburg sowie des Beschlusses des Aufsichtsrates der VBB GmbH vom 6. Dezember 2007 wurde mit der Einführung des (((eTicket im Verbundgebiet schrittweise begonnen.

Ziel ist die Ausstattung der Verkehrsunternehmen in Berlin und Brandenburg mit den für das Elektronische Fahrgeldmanagement (EFM) erforderlichen Ausgabe-, Lese- und Kontrollgeräten.

Die Einführungsstrategie im Verbundraum geht von folgenden Prämissen und Zielen aus:

  • Ersatz von Papierfahrscheinen durch ein chipbasiertes Medium,
  • Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse der Verbundunternehmen in der Fläche und im Ballungsraum Berlin/Potsdam,
  • Steigerung der Effizienz der Abrechnungsprozesse und der Einnahmeaufteilung,
  • Optimierung der Vertriebskosten und Erschließung weiterer Kostenoptimierungspotenziale,
  • Abbildung bestehender Tarifmodelle im EFM-System.

Es sind zwei Projektphasen vorgesehen: INNOS-Start-VBB-1 und INNOS-Start-VBB-2.

In der ersten Phase wurde in den Tarifbereichen Berlin ABC, Potsdam ABC, Brandenburg a.d.H. ABC sowie Frankfurt (Oder) AB bei den Zeitkarten von Stammkunden der bisherige Papierfahrschein durch ein chipbasiertes Medium ersetzt. Beginn des Vorhabens war am 1. Januar 2009,  Projektende war der 31. Dezember 2013.

Mit dem Projekt INNOS-Start-VBB-1 werden die ausgewählten Verkehrsunternehmen im VBB mit (((eTicket-Ausgabegeräten und -Lesegeräten ausgestattet.

In der zweiten Migrationsstufe führen alle weiteren Verkehrsunternehmen im Verbundraum das (((eTicket im Zeitkartenbereich ein. Damit wird die EFM-Ausbauvariante 2a[1] im gesamten Verbundgebiet realisiert. Der Start des Vorhabens, INNOS-Start-VBB-2 war der 01.01.2012.

Für einen dritten Schritt wird die Ausgabe und Akzeptanz weiterer Tarifangebote als elektronische Tickets auf einem chipbasierten Medium geprüft (EFM-Ausbauvariante 2b bzw. 3). Ein genaues Zeitfenster ist aktuell noch nicht abzuschätzen.

2      Die Projektdurchführung durch die VBB GmbH

Zur Umsetzung innovativer Vertriebsstrategien und zur Einführung des (((eTicket im Verbundraum übernimmt die VBB GmbH im Land Brandenburg wie auch im Land Berlin die Projektierung und Koordinierung der Arbeiten in enger Kooperation und Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen, insbesondere der BVG, die für die Umrüstung Ihrer Busse, U-Bahnen, Straßenbahnen und Fähren das Parallelprojekt INNOS-Start-BVG-1 umsetzt.

So werden für die Verkehrsunternehmen Komponenten für die (((eTicket-Ausgabe und -Kontrolle beschafft und die erforderliche Infrastruktur für das gesamte Verbundgebiet aufgebaut und die Schnittstellen zu den Hintergrundsystemen realisiert. Die VBB GmbH übernimmt die Ausschreibung der Hard- und Software für die Verkehrsunternehmen, um in ihrem Sinne eine optimale und abgestimmte Marktlösung erzielen zu können.

Die Anwendung des Standards der VDV-Kernapplikation ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Einführung des (((eTickets im Verbundraum Berlin-Brandenburg, um in einzelnen Migrationsschritten eine deutschlandweite Interoperabilität zu erreichen.

Ohne Förderung war und wird die Umsetzung des Standards der VDV-Kernapplikation für das Verbundgebiet jedoch nicht möglich bzw. wirtschaftlich darstellbar sein.

3      Kooperationen

Die VBB GmbH war und wird auch zukünftig mit den Abstimmungen der Arbeiten der Verkehrsunternehmen im Land Brandenburg und dem Land Berlin betraut sein.

Die Berliner Verkehrsbetriebe AöR (BVG) führen mit dem Projekt INNOS-Start-BVG-1 ein eigenes, Projekt durch, das eng mit INNOS-Start-VBB verbunden ist und die gleichen Ziele, speziell für das Tarifgebiet Berlin AB, verfolgt.

Bereits vor Beginn der Durchführung der Projekte haben die VBB GmbH und die BVG AöR ihre Förderanträge  abgestimmt. Zur Realisierung des (((eTickets in der Hauptstadtregion haben die BVG AöR und die VBB GmbH eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, in der beide Teilprojekte inhaltlich, organisatorisch und zeitlich aufeinander abgestimmt wurden. Hierin wurde die gemeinsame Verantwortung für die Umsetzung in Berlin und Brandenburg dokumentiert.

Eine besondere Herausforderung für die VBB GmbH stellte die Einbeziehung  der SPNV-Unternehmen dar.

Daher wurde das aufzubauende System aus Hintergrundsystem und Vertriebsinfrastruktur so konzipiert, dass auch überregional agierende Unternehmen, wie die DB AG (mit ihren Tochterunternehmen S-Bahn Berlin GmbH und DB Regio AG) oder die BeNEX/Netinera-Gruppe in das Gesamtkonzept integriert werden können.

Diese Unternehmen verwenden teilweise eigene Hard- und Softwarekomponenten, die an das VBB-System angepasst werden mussten bzw. deren Kommunikationsfähigkeit untereinander abgestimmt werden musste.

Für Berlin-Brandenburg galt damit insbesondere, dass die von der VBB GmbH und der BVG AöR gemeinsam angestrebte KA-Konformität gefördert und unterstützt werden musste.

4      Finanzierung

Für INNOS-Start-VBB-1 betrug das Projektvolumen 3,35 Mio. €, das des Projektes INNOS-Start-VBB-2 beläuft sich auf 6,4 Mio. €.

5      Projektinhalte

Das Ziel der verbundweiten Einführung ist es, alle Verkehrsunternehmen im Verbundgebiet Berlin-Brandenburg mit den notwendigen technischen Komponenten auszustatten, damit der Vertrieb sowie die Kontrolle von (((eTickets vollständig ermöglicht werden. Die Entwicklung und der Aufbau eines Produktverantwortlichen-Systems, eines Systems, das die Überprüfung der anfallenden Daten vornimmt, sowie eines Datenvermittlungssystems werden aufgrund der zu verarbeitenden Datenmengen notwendig und sollen in diesem Vorhaben umgesetzt werden.

Eine weitere Komponente des Vorhabens bildet die Umsetzung des Aktionslistenmanagements. Hierbei können Chipkarten bei einer Neuausgabe, Änderung oder Entsperrung des (((eTickets an allen aktionslistentauglichen Terminals, wie z.B. Handkontrollgeräten, selbstbedienten Kunden-Infoterminals und Einstiegskontrollterminals bzw. Busdruckerterminals, aktualisiert werden und müssen nicht mehr physisch in einem Kundenzentrum vorgelegt werden.

Die Einführung von Interoperabilitätsanwendungen ist ein zentraler Baustein für die Einführung des (((eTicket Deutschland. Zum einen ermöglicht die technische Vollausstattung eine solche Einführung. Zum anderen werden damit die Grundlagen geschaffen, für mögliche Erweiterungen des Gesamtsystems. Die Umrüstung der Semestertickets bzw. der -ausweise soll dieser Bedeutung gerecht werden. Ziel ist es, während einer Pilotphase in Kooperation mit ausgewählten Hochschulen (((eTickets, welche durch Multiapplikationsanwendungen auch als Studierendenausweis oder Mensa-Card fungieren können, an Studierende auszugeben.

Zudem wird die Erweiterung der EFM-Ausbauvariante 2a auf die EFM-Ausbauvariante 2b oder 3 geprüft und der Aufbau einer Onlinevertriebsplattform als erweitertes Anwendungspotenzial im Zuge der Einführung des (((eTickets untersucht.

 

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