Open Data Initiative Berlin

Open Data und neue Informationsdienste für Fahrgäste (durch Kooperationen mit Dritten)
Unsere Gesellschaft wird immer mobiler und wer viel unterwegs ist, will auch unterwegs gut informiert sein.  Hier hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) schon viel erreicht! Allerdings kann der VBB in der heutzutage stark ausdifferenzierten technischen Welt leider nicht alle Betriebssysteme für mobile Endgeräte bzw. Zielgruppen selbst bedienen. Hier muss nach alternativen Wegen der Informationsbereitstellung gesucht werden: wo der VBB selbst nicht aktiv werden kann, können Open Data bzw. Kooperationen mit Dritten eine Lösung sein. Denn mit ÖPNV-Informationen ist sehr viel mehr möglich als die reine Fahrplanauskunft; sie sind aus Informationssicht nutzbringend auch mit anderen (Mehrwert-)Diensten kombinierbar (zum Beispiel Umgebungssuchen zu Wohnstätten oder Ärzten mit ÖV-Erreichbarkeit). Des Weiteren können durch Kooperationen auch mehr Informationskanäle geschaffen werden in denen Informationen zu Bus und Bahn (inkl. weiterer  multimodaler Mobilitätsangebote) erhältlich sind. Dafür stellt der VBB eine externe Schnittstelle (API) und GTFS -Daten zur Verfügung.

Open Data – Was ist das?

Open Data steht für einen offenen Zugang sowie die freie Verfüg- und Nutzbarkeit von (öffentlichen) Daten. Erste Vorläufer sind u.a. e-Government und Open Government um hinsichtlich des Regierungshandelns nicht nur den Datenaustausch unter den Behörden zu verbessern und zu vereinfachen, sondern auch gegenüber den Bürgern mehr Transparenz und Verlässlichkeit zu schaffen.

Im Rahmen von „Open Data“ wird gefordert, dass von der öffentlichen Hand nichtpersonenbezogene und aus Steuern finanzierte Daten einfach und kostenfrei jedermann zur Verfügung gestellt und veröffentlicht werden. Dazu gehören z.B. Daten aus den Bereichen Umwelt, Wetter, Statistik, Geoinformation, Bildung und Gesundheit. Dabei müssen die Daten in maschinenlesbarer und standardisierter Form vorliegen (csv, xls, JSON, etc. – kein pdf. o.ä.), so dass ein leichterer Datenaustausch untereinander möglich ist und die Datensätze auch miteinander verknüpft und weiterverarbeitet werden können um Mehrwertdienste zu schaffen. Denn erst durch eine richtige Aufbereitung werden aus Daten auch Informationen.

Open Data-Initiative in Berlin

In der Bereitstellung offener Daten ist Berlin in Deutschland (noch) Vorreiter. Im Rahmen des Vorhabens „ServiceStadt Berlin 2016“ wurde vom Staatssekretärsausschuss für Verwaltungsmodernisierung das Projekt „Von der öffentlichen zur offenen Verwaltung“ ins Leben gerufen und festgelegt, dass Verwaltungen und Landesgesellschaften aktiv ihre vielfältigen Daten zur Verfügung stellen sollen. Dabei wird die Berliner Open Data-Initiative unter anderem maßgeblich von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung (SenWTF) unterstützt, die in Zusammenarbeit  mit dem Fraunhofer FOKUS und der Berlin Online Stadtportal GmbH eine Open Data Datenplattform (daten.berlin.de) ins Leben gerufen haben, in der verschiedene (Behörden-) Daten frei zugänglich sind und in (sinnvolle) Dienste integriert und kombiniert werden können. Durch diese Form der Datenbereitstellung ergibt sich ein weites Feld an Möglichkeiten. Auch der VBB wirkt an der Datenplattform mit und stellt Fahrplandaten im GTFS-Format unter der Lizenz CC BY Namensnennung zur Verfügung.

Zum Thema Open Data reicht jedoch die reine Datenbereitstellung allein nicht aus. Es gilt kontinuierlich den Dialog mit den Entwicklern und Open Data-Enthusiasten zu halten. Daher engagiert sich der VBB auch an der OpenData-Initiative des Landes Berlin um z.B. die Themen Organisation, Nutzungs- und Lizenzbestimmungen zu erörtern oder auch auf Veranstaltungen von den Erfahrungen, Erkenntnissen und Chancen berichten zu können (z.B. auf dem BODDy und diversen ÖPNV-Fachveranstaltungen). Nach und nach zeigen auch weitere Städte und Verbünde Interesse ihre Daten bereitzustellen.

Apps and the city – Open Transport

Um erste Ideen und Möglichkeiten zusammen mit der Open Data-Community zu erörtern und zu testen lud der VBB in Zusammenarbeit mit SenWTF, der Berlin Online Stadtportal GmbH und der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKF Deutschland) Ende November 2012 zu einem Entwicklertag ein, bei dem nicht nur Fahrplandaten zur Verfügung gestellt, sondern auch mit kreativen und engagierten Programmierern, Webentwicklern und Open-Data-Enthusiasten im Dialog kundenorientierte Fragestellungen zum öffentlichen Personennahverkehr und Ideen für neue innovative Angebote für Bürger und Touristen in Form von mobilen und webbasierten Anwendungen erörtert wurden.

Dass Daten des öffentlichen Nahverkehrs zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt und mit einem Entwicklertag begleitet wurde, war in der deutschen Nahverkehrsbranche einmalig. Das große mediale Interesse und die hohe Nachfrage nach dieser Veranstaltung (die Teilnehmerzahl wurde dreimal auf insg. 150 Entwicklerplätze erweitert) bestätigten diese Vorgehensweise!

Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung, erste Demos und Mailinglisten finden Sie unter appsandthecity.net.

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