30 Jahre Mauerfall
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Vor 30 Jahren fiel nicht nur die Mauer, sondern damit auch der geteilte Öffentliche Nahverkehr.
Besonders in den „Wendetagen“ konnte das plötzlich auftretende Verkehrsaufkommen, weder in West noch in Ost, nicht mit eigenen Verkehrsmitteln bewältigt werden. Spontane und unkomplizierte Hilfe kam aus Nah und Fern. Züge und Wagen wurden schnell auf allen nun offenen Strecken kombiniert. Sogar die Exklusiv-Lok von Erich Honecker wurde auf der Strecke zum Wannsee im normalen Linienverkehr, mangels anderer Zugmaschinen, eingesetzt.
Linien-Busse kamen aus Hamburg, München, Lübeck u.a., um die großen Gelben und die damaligen DDR-Busse zu unterstützen. Ein großartiges, einzigartiges Wimmelbild von allen möglichen Verkehrsmitteln!
Hier können Sie ausgewählte Fotos des ÖPNV in den Wendetagen sehen und erhalten einen Überblick, wie sich der ÖPNV aus Ost und West zusammenschloss und wie er sich bis heute und in Zukunft für Berlin und Brandenburg entwickelt.

 

13. August 1961 - Bau der Mauer in Berlin und zur Grenze nach Brandenburg

Am 13. August 1961 kam der Verkehr über die Berliner Sektorengrenzen zum Erliegen. U-Bahn-Linien wurden stillgelegt oder fuhren durch Geisterbahnhöfe. Weichen wurden verschlossen, Gleise gesperrt oder unbrauchbar gemacht, Stellwerke stillgelegt: Der Nahverkehr im westlichen Teil Berlins war vom Ostteil und Brandenburg fortan abgekoppelt. Vor allem S- und U-Bahn waren vom Mauerbau betroffen. Die Buslinien waren schon vor 1949 getrennt worden, ebenso die Straßenbahn. Erst ab 1990 konnten die teilungsbedingten Schäden schrittweise behoben werden.

 

9. November 1989 - Fall der Berliner Mauer

Die Berliner Mauer wurde in der Nacht vom 9. zum 10.November 1989, nach über 28 Jahren, geöffnet. Sie trennte nicht nur die Menschen in Berlin, sondern auch die Bus- und Bahnstrecken, die sie vormals verbanden. Erst nach und nach konnten viele Verbindungen für den Verkehr wieder aufgebaut werden. Nach dem Fall der Mauer sollte nicht nur Berlin wieder zusammenwachsen, sondern auch Berlin und das umliegende Brandenburg: Die Idee des Verkehrsverbundes war geboren: zwei Länder - viele Verkehrsunternehmen - ein #VBBLand.

31. August 1990 - Einigungsvertrag zwischen BRD und DDR - Idee des Verkehrsverbundes

Der Einigungsvertrag ist der Vertrag vom 31. August 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Auflösung der DDR, ihren Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland und die deutsche Einheit. Weitsichtig beschloss man in diesem Vertrag, dass nicht nur Berlin - nach dem Fall der Mauer - verkehrlich wieder zusammenwachsen sollte, sondern auch das Land Berlin mit dem ihm umgebenden Land Brandenburg. Hierfür wurde die Gründung eines Verkehrsverbundes für Berlin und Brandenburg vorgesehen. Die Rechtsgrundlage des VBB sind der Einigungsvertrag (Anlage 1, Kap. XI) sowie die ÖPNV-Gesetze der Länder Berlin (in § 4 „Verkehrsverbund“) und Brandenburg (in § 5 „Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg“).

 

8. Dezember 1994 - Gründung der VBB-Vorbereitungsgesellschaft

Bereits der Einigungsvertrag von 1990 sah die Gründung eines gemeinsamen Verkehrsverbundes in Berlin und Brandenburg vor. Zur Vorbereitung wurde zunächst eine Vorbereitungsgesellschaft gegründet, um die Grundlagen für die spätere VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH und den gemeinsamen Verbundtarif zu legen.

 

30. Dezember 1996 - VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH nimmt Arbeit auf

Nach erfolgreicher Arbeit der VBB-Vorbereitungsgesellschaft konnte die VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH am 30. Dezember 1996 Fahr aufnehmen Dabei handelte es sich um einen Zusammenschluss von 15 ÖPNV-Aufgabenträger – darunter die Bundesländer Berlin und Brandenburg, zehn Landkreise und drei kreisfreie Städte. Im gehörten zunächst 36 Verkehrsunternehmen an. Ein Fahrplan, ein Tarif, ein Fahrausweis und bessere Qualität für ganz Berlin und Brandenburg – das sind ihre Ziele. Formeller Hintergrund war der Abschluss des Grundvertrages zwischen den Aufgabenträgern.

 

1. April 1999 - Einführung VBB-Tarif

Das #VBBLand wird geboren: Seit dem 1. April 1999 gibt es für Berlin und einen großen Teil Brandenburgs (später: ganz Brandenburg) das einheitliche VBB-Tarifsystem. Der Fahrgast kann mit einem Fahrausweis durch das Verbundgebiet fahren. Die Mobilität aller ÖPNV-Nutzer wird erhöht. Der besondere Charakter eines gemeinsamen Tarifsystems war die umfassende Integration aller öffentlichen Verkehrsmittel in einem ungewöhnlich großen Verkehrsgebiet. Mit eingeführt wurden dabei die VBB-Einnahmenaufteilung, das VBB-Infotelefon, die digitale VBB-Fahrinfo und das erste Liniennetz für den gesamten Verkehrsverbund.

 

4. Oktober 2017 - i2030-Rahmenvereinbarung wird unterzeichnet: mehr Schiene für Berlin und Brandenburg

Im Oktober wurde die „Rahmenvereinbarung über das Entwicklungskonzept für die Infrastruktur des Schienenverkehrs in Berlin und Brandenburg – i2030“ gemeinsam von Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin, Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, und Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der DB AG, unterzeichnet. Mehr Informationen auf www.i2030.de.

 

Für weitere Eindrücke zum Thema Nahverkehr in der DDR empfehlen wir folgende Dokumentation: