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Fast jeder Ort ist mit dem Bus erreichbar. Doch was heißt das konkret? Die Standards für die Erreichbarkeit werden durch die Nahverkehrspläne der Landkreise vorgegeben. In der Regel richten sich die Mindeststandards nach der Anzahl der Einwohner, berücksichtigt wird oft auch die Funktion einer Stadt, z. B. als Ober- oder Mittelzentrum. Vorgegeben werden meistens die Anzahl der Fahrten, ohne Angaben zur Vertaktung und zu Mindestübergangszeiten beim Umstieg auf die Bahn.

Die wichtigste Bedeutung für den Busverkehr in Brandenburg hat der Schülerverkehr. In fast jeder noch so kleinen Siedlung in Brandenburg wohnt auch mindestens ein Schüler. Diese müssen oft mit dem Bus zu den unterschiedlichsten Schultypen fahren. Daraus ergibt sich eine komplexe Netzstruktur, die von der Linienführung auf die Schülerströme und von der Fahrplangestaltung auf die Schulanfangs- und -endzeiten ausgerichtet ist. In der Folge wird das Angebot zwischen 7.00 und 8.00 Uhr und zwischen 12.00 und 16.00 Uhr erbracht. Die Linien bedienen nacheinander viele Orte und Ortsteile, um eine möglichst hohe Flächenerschließung zu erreichen. Insgesamt ergibt sich dadurch ein großer Verkehrsbedarf, in dessen Ergebnis in Brandenburg viele Busse über lange Distanzen fahren und zum Teil große Umwege in Kauf genommen werden müssen. Für Fahrgäste heißt das hoher Verkehrsbedarf und vor allem Zeitverluste.

Doch ist dieses Angebot auch für andere Zielgruppen nutzbar? Für den Pendler, der auch abends wieder nach Hause muss, für den Schüler, der am Nachmittag einer Freizeitbeschäftigung nachgehen will? Für einen Einkauf nach der Schule oder der Besorgung in der Stadt? Was ist in den Ferien? Verstehen potenzielle Zielgruppen überhaupt den Schülerfahrplan, der sich aus der komplexen Netzstruktur ergibt? Für neue Fahrgastgruppen wird ein klar strukturiertes und damit leicht verständliches Angebot benötigt, das sich nicht an einer Zielgruppe orientiert, sondern offen und transparent konzipiert werden muss.

Das PlusBus-Konzept kann nicht für alle Buslinien, aber für ausgewählte Relationen auf den Hauptachsen und damit für einen großen Teil im ländlichen Raum das Angebot verbessern sowie die Voraussetzung zur Gewinnung neuer Kunden schaffen.

Die Grundgedanken des PlusBusKonzeptes sind: eine direkte, schnelle Linienführung sowie die Verbindung von regionalen Zentren. Die weiteren Kriterien werden hier näher erläutert.

Entwicklung des PlusBus in Brandenburg

Namensgeber für den PlusBus ist der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV). Dieser hat den PlusBus im Dezember 2013 als Qualitätsprodukt und zur Netzergänzung des Bahnverkehrs eingeführt. Im Ergebnis eines Abstimmungsprozesses zwischen dem VBB und dem MDV können auch Brandenburger Buslinien unter dem bereits eingeführten Markennamen fahren. Auch das PlusBus-Signet wird einheitlich für die Fahrgastinformation in beiden Verbünden genutzt.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 starteten die ersten drei Linien im Landkreis Potsdam-Mittelmark als PlusBus Hoher Fläming. Damit wurde die Marke PlusBus in Brandenburg eingeführt und bildet den Auftakt für eine verbundweite Umsetzung.

Im April 2015 wurde das Netz mit dem PlusBus Ruppiner Seenland um zwei Linien im Landkreis Ostprignitz-Ruppin erweitert.

Ende 2017 wurde das PlusBus-Netz im VBB-Land um den PlusBus Teltow-Fläming sowie dem PlusBus Barnim ausgeweitet. 

Im Jahr 2018 führte daraufhin der Landkreis Potsdam-Mittelmark ein zweites PlusBus-Liniennetz mit dem Namen "Beelitz-Zauche" ein.

Außerdem wurde im Sommer 2018 der Verkehr des PlusBusses Spreewald aufgenommen, welcher aktuell zwei Linien umfasst.

Im Herbst 2018 wurde das PlusBus-Netz um ein weiteres Regionalnetz ergänzt. Der PlusBus Prignitzer Elbtalaue wurde eingeführt.

Ende 2018 nahm die zweite Linie des PlusBusses Teltow-Fläming Fahrt auf.

Im Januar 2019 nahm der PlusBus Lausitz mit der ersten Linie Fahrt auf.

Im Februar vergrößerte der PlusBus Emsterland die PlusBus-Familie in Brandenburg.

Im April wurden die Regionalnetze PlusBus Beelitz-Zauche und PlusBus Ruppiner Seenland um jeweils eine Linie erweitert.

Eine Premiere feierte der PlusBus im Landkreis Elbe-Elster. Dort nahm am 04.08.2019 der PlusBus Niederlausitz zwischen Elsterwerda und Finsterwalde Fahrt auf. Diese Linie ist die erste PlusBus- Linie im Landkreis Elbe-Elster.

Seit September 2019 fahren im neunten brandenburgischen Landkreis die ersten PlusBusse. Der PlusBus Uckermark auf der Linie 403 zwischen Prenzlau und Schwedt ging an den Start und ergänzt die PlusBus-Familie im VBB.

Im Oktober 2019 wurde das Regionalnetz des PlusBus Lausitz um vier weitere Linien ergänzt.

Im Dezember 2019 feierte der PlusBus Märkisch-Oderland seine Premiere. Damit fahren nun in 10 von 14 brandenburgischen Landkreisen PlusBusse.

Zum 10.02. wurde die erste Linie des Jahres 2020 zum PlusBus aufgewertet. Die Linie X1 fährt seitdem als erste Linie des PlusBus Teltower Rübchen zwischen Potsdam und Teltow.

 

27 PlusBus-Linien in 10 Landkreisen

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Strategie und zukünftige Entwicklung

Angestrebt wird, dass das PlusBus-Netz wächst und durch weitere Linien ergänzt wird. Dabei sind vor allem die Linien im Fokus, die die Anforderungen nur knapp nicht erfüllen, denn hier könnte das Netz mit verhältnismäßig wenig Aufwand ergänzt werden. Die notwendigen Anpassungen betreffen zum Beispiel die Anschlüsse von und zur Bahn, die Ergänzung von fehlenden Taktfahrten oder – derzeit eine der größten Hürden – die Aufwertung des Angebotes am Wochenende.

Auch beim PlusBus-Konzept in Brandenburg gelten nach wie vor die bestehenden Randbedingungen, dass eine Aufwertung der Linien auch mit einem höheren finanziellen Aufwand verbunden sein kann und der finanzielle Spielraum unter Umständen begrenzt ist. Weitere Hindernisse können Personalengpässe sein, denn für die Konzeption und Umsetzung ist meistens zusätzlicher Personalaufwand notwendig.

Trotz möglicher Schwierigkeiten lohnt sich die Realisierung des PlusBus-Konzeptes. Bereits jetzt verkehren in ganz Brandenburg fast 30 Linien nach den PlusBus-Kriterien und selbst in berlinfernen Regionen konnten Taktverkehre erfolgreich umgesetzt werden. In vielen Regionen besteht noch Potenzial, Buslinien nach den PlusBus-Kriterien aufzuwerten und als attraktive Brandenburger Linien zu etablieren.

Es lohnt sich also, die verantwortlichen Akteure zu sensibilisieren und zu unterstützen. Der VBB steht bei Fragen zu den einzelnen Linien in den Regionen gerne zur Verfügung.